08-02-2025

Heizgeräte – Mieten oder doch gleich kaufen?

Wir empfehlen unseren Kunden ab einer Mietzeit von 2,5 Jahren einen Kauf. Allerdings mit zwei Einschränkungen: Die mobile Heizanlage mit gleichbleibender Leistung sollte die meisten Bedarfe abdecken können. Und: Der Käufer hat Interesse, die Wartung etc. selbst zu übernehmen.

Oft betreuen wir aber jahrelang dieselben Bauvorhaben, wobei wir zwei Varianten erleben: Gebäudekomplexe oder -teile werden nacheinander fertig. Das bedeutet für uns, die Anlage wird nur umgesetzt. Oft aber steigt dabei die benötigte Leistung, weshalb wir den Heizcontainer durch einen leistungsfähigeren ersetzen oder um einen zweiten ergänzen müssen.

Die andere, seltenere Variante: Alles wird zeitgleich gefertigt, d.h. der Rohbau steht durchgängig, die Fenster werden überall zur selben Zeit eingesetzt, überall die Fußbodenheizung installiert etc. Dann wird volle Leistung immer sofort benötigt. Und die mobile Lösung wird abgelöst, sobald das Heizhaus in Betrieb geht, alle Wärmepumpen geliefert und installiert sind oder bis der Fernwärmeversorger das Gebäude an sein Netz angeschlossen hat.

Realität ist aber oft, dass etwa eine Wohnungsgenossenschaft ein Areal besitzt mit z.B. zehn Gebäuden mit je 50 oder 100 Wohnungen. Dann wird meist an ein oder zwei Gebäuden gleichzeitig saniert, wobei auch etwa von Wohnungs-Einzelgeräten auf Fernwärme umgestellt wird. Und nach deren Fertigstellung sind die nächsten Gebäude an der Reihe. Dieses Prozedere liegt erfahrungsgemäß an den beschränkten Kapazitäten der ausführenden Firmen. Zugleich will man aber den Mietern nicht zu viele Einschränkungen gleichzeitig zumuten und der Investor kann seine Kosten auf mehrere Jahre verteilen.

Dieses Vorgehen ist nicht nur eine Kostenfrage. Denn der Mietpreis für eine mobile Heizanlage umfasst neben dem Gerät selbst unsere Betriebsführung und unser Tankmanagement. Der Kunde mietet letztlich kein Heizgerät, sondern kauft die Wärme für seine Mieter bei uns ein. Damit entlasten sich Hausverwaltung, Gewerbekunde, Konzern oder Bauträger von Tätigkeiten, die nicht ihr Kerngeschäft betreffen. Sie delegieren das wichtige Detail an Profis. Die Mietlösung bietet somit mehr Komfort.

Entscheidend ist aber in jedem Einzelfall der Wunsch des Kunden bzw. dessen strategische Ausrichtung. Pauschal kann diese Frage deshalb nicht beantwortet werden.

Wir beraten den Kunden, auf der Basis seiner individuellen Fakten die für ihn beste Wahl zu treffen. Deshalb noch ein Beispiel: Ein Heizungsbauer kauft für sich selbst einen Heizanhänger mit z.B. 150 kW. Der Grund: Er hat das fachliche Know-how inhouse; er hat auf Grund seiner Auftragsstruktur eine hohe Grandauslastung und er ist durch den Besitz flexibel, da er nicht von der Verfügbarkeit seines Geräte-Vermieters abhängt.

Das Interesse der Installationsbetriebe, über eigene mobile Heizer verfügen zu wollen, dürfte mit Lieferschwierigkeiten verschiedener Hersteller in der jüngeren Vergangenheit zusammenhängen. So haben sie Planungssicherheit, auch in den Wintermonaten Umbauarbeiten ausführen, damit ihre Belegschaft auslasten und Einnahmen erzielen zu können.